Vitamin-D-Wissen

Was ist Vitamin D und welche Funktionen hat es im Körper?

Vitamin D nimmt unter den Vitaminen eine Sonderstellung ein; es ist gleichzeitig Vitamin und direkte Vorstufe zu einem Hormon.

Vitamin D wird deshalb und aufgrund seiner lebenswichtigen Funktionen zu Recht auch “Sonnenvitamin” und “Superhormon” genannt.

Mit Hilfe des Sonnenlichtes (UV-B-Strahlen) auf die Haut bildet der Körper Vitamin D.
Vitamin D wird in unserer Leber in die inaktive Speicherform 25-OH-D3 (Calcidiol) umgewandelt.

Calcidiol wird über das Blut zu den einzelnen Körperzellen transportiert, wo die aktive Form entsteht, das 1,25-(OH)2-D3 (Calcitriol). Dieses Vitamin D Hormon dockt an die speziellen Rezeptoren an und reguliert so den Zellstoffwechsel. Es ist bei der Bildung von Proteinen beteiligt und für die Steuerung von über 2000 Genen verantwortlich.
Vitamin D übernimmt somit eine Vielzahl an maßgeblichen Funktionen in unserem Organismus. Die bekannteste davon ist die Beteiligung an dem Knochenstoffwechsel. So fördert es unter anderem die Resorption (Aufnahme) von Calcium und Phosphat aus dem Darm sowie ihren Einbau in den Knochen. Vitamin D ermöglicht damit den Knochenaufbau (DeLuca, 2004).


Wie gelangt Vitamin D in den Körper?

Bei ausreichend Sonnenlicht (UV-B-Strahlung) könnte der Körper in der Haut 80 % bis 90 % des Vitamins selbst bilden. Als ausreichend gilt ein UV-Index von 3 oder höher. Dies trifft in Deutschland nur auf die Monate April bis September zu. In diesen Monaten müsste der Körper täglich für ca. 15-20 Minuten in der Zeit zwischen 10 und 15 Uhr, nahezu unbedeckt, der Sonne ausgesetzt werden. Durch die moderne Lebensweise (viel Aufenthalt in Innenräumen, Schichtarbeit) und die Nutzung von Sonnencreme sowie Kleidung wird die Bildung von Vitamin D weitgehend verhindert.

Der durchschnittliche Wert an Vitamin D liegt in Deutschland bei 16 ng/ml (DEVID Querschnittsstudie zur Abschätzung des Vitamin-D-Status in der Bevölkerung in Deutschland, 2010.) . Dies entspricht einem schweren Mangel und bedeutet, dass das Sonnenlicht nicht mehr ausreicht, um gesundheitserhaltende Werte zu erreichen.

Über die Nahrung lässt sich unser Bedarf an Vitamin D auch nicht ausreichend decken (Robert Koch Institut), da hier nur wenige Quellen vorhanden sind, die einen sehr geringen Anteil an Vitamin D aufweisen. So müssten z.B. täglich 300g Lachs oder 30 Eier oder 2,5 kg Champignons gegessen werden.

Die einzig sinnvolle Möglichkeit zur Verbesserung des Vitamin-D-Status stellt deshalb die Einnahme von Supplementen (Nahrungsergänzungsmitteln) dar. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt diese, wenn eine Verbesserung des Vitamin-D-Status weder durch die Eigensynthese noch über die Ernährung erzielt werden kann. Wie oben geschildert ist dies der Fall. Deshalb ist es notwendig, Vitamin D über Supplemente zu sich zu nehmen.

Bundesamt für Strahlenschutz. UV-Index weltweit.
Damit über die Haut das körpereigene Vitamin-D ausreichend gebildet werden kann, muss die Sonneneinstrahlung einen UV-Index von 3 oder mehr haben. Dies ist in Deutschland nur zwischen April und September der Fall.

Welche Folgen kann ein Vitamin-D-Mangel haben?

Die gravierendsten Folgen eines Vitamin-D-Mangels sind die Entkalkung und letztendlich die Erweichung der Knochen. Bei Säuglingen und Kindern kann dies zum Krankheitsbild der Rachitits führen, das heißt zu schwerwiegenden Störungen des Knochenwachstums und zu bleibenden Verformungen des Skeletts. Zudem werden häufig eine verringerte Muskelkraft, ein verminderter Muskeltonus sowie eine erhöhte Infektanfälligkeit beobachtet.

Bei Erwachsenen kann es durch die Entkalkung des Knochens zu Verformungen der tragenden Knochen, zu Knochenschmerzen und Muskelschwäche sowie zu Kraftminderung kommen – und damit zum Krankheitsbild der Osteomalazie. Eine weitere Erkrankung, zu der ein Vitamin-D-Mangel beitragen kann, ist Osteoporose, die sich vor allem im höheren Lebensalter manifestiert. Stürze werden wahrscheinlicher und die Knochen brechen schneller.

Bezüglich Bluthochdruck, Diabetes mellitus Typ 2 sowie kardiovaskulären und Krebskrankheiten konnten Zusammenhänge in Beobachtungsstudien gefunden werden. (Robert Koch Institut, 2018).

Zu wenig Vitamin D steht auch in Zusammenhang mit Muskelkrämpfen, Zuckungen, Allergien, Multiple Sklerose, Diabetes, Herzschwäche, Hoher Blutdruck, Schwangerschaftsvergiftung, Müdigkeit, Rheuma, Darmkrebs, Brustkrebs, Coronare Herzkrankheit (Dr. med. Raimund von Helden).

Vitamin D hat somit eine Schlüsselfunktion für die Gesundheit. Es ist an Tausenden von Regulierungsvorgängen in den menschlichen Körperzellen beteiligt. Folglich erhöht ein Vitamin-D-Mangel das Krankheitsrisiko ganz erheblich. Es gibt viele Studien und Analysen, die die Wirkung belegen. Im folgenden eine kleine Übersicht der Studien zu gesundeitlichen Auswirkungen.


Wie hoch ist der optimale Vitamin D Wert?

Der optimale Wert von Vitamin D (25-OH-D3), der auch kritischen Empfehlungen stand hält, ist 60 ng/ml.